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Einfach mal nichts machen, einfach mal krank sein

Einfach mal krank sein – tatsächlich war ich die letzten zwei Jahre und drei Monate mehr krank als gesund. Jeden Moment, in dem ich etwas Kraft spürte oder wieder etwas tun konnte, habe ich genossen. Zum Glück hatte ich auch viel Gelegenheit, zu ruhen, die Dinge auf mich zukommen zu lassen und nichts tun zu müssen. Diese Zeit empfand ich als beruhigend und heilsam. Ich konnte mich viel mit Gott, mit Jesus und meinem Glauben beschäftigen und daraus Kraft schöpfen – eine Kraft, die ich auch in Zukunft brauchen werde. Ich habe erkannt, dass sie nicht allein aus mir selbst kommen soll, sondern durch Gottes Hilfe und Gnade, um alles, was kommt, zu bewältigen. Ein großes Thema für mich ist Demut . Sie bedeutet für mich, einen Schritt zurückzugehen von zu großen Wünschen und Herausforderungen, Abstand zu gewinnen, dankbar zu sein für das, was ich habe, und zu schätzen, was ich bereits erreicht habe. Demut ist wie ein Reset: Wenn ich merke, dass ich zu sehr in der Welt verhaftet bin oder mir ...
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Der Duft der Schöpfung

11.11.2025 Ich komme gerade von meiner manuellen Therapieeinheit und entscheide mich, auf den Michaelsberg zu fahren und dort eine Runde spazieren zu gehen. Ich bin ein paar Meter gegangen und spüre schon wieder Gottes Gegenwart. Die Weinreben – ich denke an die Bibel, an das, was er darüber sagt: den Weinstock, die Natur, die Bäume, die Vögel. Ich bin wieder fasziniert und voll in seinem Bann. Und dann lasse ich euch noch einmal anschauen, wie sich das auf mich auswirkt. Eigentlich möchte ich gar nichts sprechen, weil ich versuche, den Duft Gottes einzufangen. Weil ich versuche, durch seine Augen zu sehen. Nein, ich versuche es nicht. Ich rieche ihn. Ich sehe ihn. Ich sehe in jedem kleinsten Detail seiner Schöpfung die wunderbare Schönheit. Dieser unglaublich eindringliche, liebliche Duft, der in meine Nase weht – wahrscheinlich noch etwas unterstützt vom Wind –, die Vögel, die zwitschern, und die Blätter, die sich langsam von den Bäumen auf den Boden hinabbewegen. Ich atme ein, ...

Auszeit im Café Auszeit

 Endlich habe ich es geschafft, eine Auszeit im Café Auszeit zu erleben. Das erste Mal fahre ich an diesem Café vorbei – und es hat geöffnet. Was mich gerade erwartet, erfahrt ihr jetzt. Einfach mal eine Auszeit machen und einkehren, um zu sich selbst zu finden. Ich betrete dieses wunderschöne Café, das ich schon seit Monaten besuchen wollte, und bin fasziniert von all den Eindrücken, die auf mich einprasseln. An den Wänden hängen wunderschöne Bilder, gemalt von einer Künstlerin, die verschiedenste Emotionen in mir hervorrufen: Freude, Gelassenheit, Ankommen, Loslassen und Vielfalt. Zu jedem kleinen Detail in diesem Raum fühle ich mich hingezogen. Ich möchte ihn genau anschauen, beobachten, ihm die Aufmerksamkeit schenken, die der Gegenstand, die Bilder, die Accessoires verdienen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mich nach draußen setze oder das Innenleben auch noch auf mich wirken lassen möchte. Ich entscheide mich, in die hinterste Ecke zu setzen, damit ich den Überblick hab...

Wenn der Gletscher schmilzt

 Diesen Beitrag habe ich zum Hier stehenden Datum während eines Gletscherschubs geschrieben. Heute, also am 07.10.25, kurz nach dem "Tag der Depression", dachte ich, es könnte jetzt passen ihn zu veröffentlichen, wie es mir ergeht, wenn der Schub kommt und wie ich damit umgehe. Ein Gletscherschub. Ich habe mich dazu entschieden, hinzuhören, was meine Seele mir sagen will, wenn ich wieder Gletschersymptome habe. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich wieder Gletschersymptome habe. Manchmal kommen sie schleichend, plötzlich sind sie wieder etwas stärker da, werden dann wieder etwas schwächer, lösen sich ganz auf oder plätschern so dahin. Gletschersymptome sind oft gar nicht berechenbar. Ich nehme sie bewusst wahr und höre ihnen aufmerksam zu. Ich empfinde es nicht als einen Rückfall, sondern als ein Meer mit Wellen. Sie kommen und gehen, und keine bleibt für immer. Ich will diesen Moment nutzen, um mich sanft mit mir selbst und mit Gott zu verbinden. Ich habe das Wort Depres...

Ich esse wenn ich esse

Probiere es einfach mal aus. Wenn du zum Beispiel am Essen bist, dann iss – und tu nichts anderes nebenbei. Lies dabei keine Zeitung, schreib keine WhatsApp, leg das Handy zur Seite und führ auch kein Telefonat. Leg alles beiseite. Nimm die Gabel in die Hand, schau, was du dir auflädst, führ sie zum Mund – und genieße. Du wirst merken, wie sich deine Wahrnehmung verändert. Du wirst wirklich schmecken, was du isst. Dann isst du nicht mehr nur, um satt zu werden, sondern dein Körper, dein Geist und deine Seele bekommen mit, was du isst – den Geschmack, das Gefühl. Und genau dann wird auch dein Hunger wirklich gestillt. Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Vor allem nicht bewusst. Unsere Seele kommt beim Multitasking gar nicht mit. Deshalb ist es so wichtig, auf eine Sache nach der anderen zu achten. Probiere das einfach mal aus. Fang beim Essen an. Bereite dein Essen zu. Stell es vor dich hin. Schau es dir genau an. Freue dich darauf, gleich etwas Lec...

Einfach anrufen

Einfach anrufen. Einfach um Hilfe bitten. Einfachmachen. Manchmal ist es nur ein Gedanke. Ein Impuls. Und manchmal verändert genau dieser Impuls den ganzen Tag. Heute war so ein Moment. Ich saß da, wie wir alle manchmal dasitzen – im inneren Zögern. Soll ich jetzt anrufen? Oder lieber später? Vielleicht gar nicht? Aber dann kam dieser klare Gedanke: Einfach anrufen. Jetzt. Und ich habe es gemacht. Ich habe meinen guten Freund angerufen. Einen Menschen, der mich in einer der schwersten Zeiten meines Lebens begleitet hat – in meiner Burnout-Zeit, als ich innerlich vor einem Gletscher stand. Wir haben über Gott gesprochen, über den Glauben, über die Zeit damals. Er konnte mich verstehen und wertvolle Impulse geben, weil er selbst in seiner Familie Erfahrungen mit dieser Erkrankung gemacht hat. Es war emotional – ja. Aber auch heilend. Denn in diesem Gespräch habe ich wieder gespürt, wie sehr Gott wirkt – durch Menschen. Zur richtigen Zeit. Am richtigen Ort. Durch einen einfachen Anruf. Un...

Meine Friedrichstaler Allee

Tag für Tag gehe ich diesen Weg entlang. Ein stiller Spaziergang, begleitet von Schmetterlingen, die lautlos umherschweben. Zur rechten und zur linken Seite stehen Bäume in voller grüner Pracht. Rechts entdecke ich Brennnesseln – ihre Blüten, reich an Vitamin C, leuchten im Licht. Links säumen Sträucher den Weg.  Ich weiß nicht, ob sie essbar sind oder einfach nur wild wachsen. Und doch verspüre ich den Impuls, einfach meine Hand auszustrecken, sie leicht zu streifen – und leise Hallo zu sagen. Die Bäume am Wegesrand, rechts und links, scheinen sich über den Weg hinweg die Hand zu reichen. Ihre Äste reichen hinüber zu den Bäumen auf der anderen Seite, und selbst das Grün und die Blätter, scheinen miteinander zu kommunizieren. Ich liebe es, diesen Weg zu gehen – denn jedes Mal entdecke ich etwas Neues. Die Grünflächen verändern sich ständig; manche Sträucher sind schon vertrocknet, und zu meiner Rechten sehe ich nun Brombeersträucher, die vor Kurzem noch gar nicht da waren. Das bede...