Einfach mal krank sein – tatsächlich war ich die letzten zwei Jahre und drei Monate mehr krank als gesund. Jeden Moment, in dem ich etwas Kraft spürte oder wieder etwas tun konnte, habe ich genossen. Zum Glück hatte ich auch viel Gelegenheit, zu ruhen, die Dinge auf mich zukommen zu lassen und nichts tun zu müssen.
Diese Zeit empfand ich als beruhigend und heilsam. Ich konnte mich viel mit Gott, mit Jesus und meinem Glauben beschäftigen und daraus Kraft schöpfen – eine Kraft, die ich auch in Zukunft brauchen werde. Ich habe erkannt, dass sie nicht allein aus mir selbst kommen soll, sondern durch Gottes Hilfe und Gnade, um alles, was kommt, zu bewältigen.
Ein großes Thema für mich ist Demut. Sie bedeutet für mich, einen Schritt zurückzugehen von zu großen Wünschen und Herausforderungen, Abstand zu gewinnen, dankbar zu sein für das, was ich habe, und zu schätzen, was ich bereits erreicht habe. Demut ist wie ein Reset: Wenn ich merke, dass ich zu sehr in der Welt verhaftet bin oder mir zu viele Gedanken mache, gehe ich demütig zurück zu einer Haltung der Dankbarkeit und wende mich an Gott, der mir das Leben geschenkt hat.
Ich bin dankbar, dass ich den Weg der Heilung gehen durfte und in diesem Prozess ein neues Leben erleben kann. In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass wieder mehr um mich herum passiert, dass ich mir mehr zutraue und erlaube zu handeln, dabei aber auf mich selbst achte und meine Grenzen respektiere. Natürlich stoße ich dabei auch an kleinere Belastungsgrenzen, die mir zeigen: Bis hierhin geht es, weiter aber noch nicht.
Seit fünf Tagen hat mich ein Magen-Darm-Infekt wieder ausgebremst. Anfangs war ich verzweifelt, weil ich gerade in einem guten Lauf war, in dem ich die Balance zwischen Tun und Nichtstun üben konnte. Jetzt bin ich wieder beim vollständigen Nichtstun. Ich nehme an, dass ich diese Balance erneut lernen darf – zwischen aktiv sein und loslassen, mich zurückziehen und wieder einbringen, akzeptieren und darauf vertrauen, dass alles gut wird.

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